Der Weg zur Monsterklappe
Das Problem : Bei der Eribelle wird laut Werk eine Materialdicke von 20
mm
angegeben und Serviceklappen erwarten zum Einbau i.R. min. 23 mm. Man
kann dann natürlich aufdoppeln, aber das schaut sehr gebastelt aus. Die
Möglichkeit
den Innenrahmen Hochkant über die Kreissäge zu fahren habe ich für meine
Serviceklappen entschieden (also 3 mm minus und scharfes Sägeblatt). Bei dieser Aktion
nicht mit Gewalt gegen das Sägeblatt drücken sonst wird es nichts mit sauberem
Schnitt und so.
Nach vermessen und Markieren der Ausschnitte, sowie Aussägen mit
speziellem Stichsägeblatt kam die Überraschung: 23 mm Wandstärke und zu den Fenstern hin
aufgedoppeltes
Alu (versteckte Qualität; nicht schlecht); Siehe Materialkostprobe
(Aufdoppelung des Alu`s bei den gelben Streifen):

Die Rahmen
mit Sikaflex und die Füllungen mit Dekalin gut einkleistern und fertig ist der
Stauraumzugang.
Na ja ganz so einfach ist es nun doch wieder nicht wie oben geschildert.
1. Klebt zum sägen die Ränder links u. rechts mit Tesa -
Krepp (bitte das Teure zwecks der Alunarbung !) ab, oder klebt direkt auf die
später zu ziehende Schnittlinie (Vorlage: die Schablone). Ganz gewitzt und
schneller geht es mit aufgeklebtem Teppichrest auf den Stichsägenfuß (bitte
nicht mit Sikaflex 221:-)).
2. Sikaflex hat die gute Eigenschaft wirklich gut zu kleben,
d.h. es würde beim andrücken der Klappen an die WW - Wand herausgedrückt und
lässt sich dann nur mit Mühe entfernen (solang es frisch ist !). Nun, auch
hier hilft das Tesa, nämlich indem man die trocken angelegt Klappe 2 - 3 mm
über ihre Aufmasse noch mal nachzeichnet und dann abklebt. Das hat den Vorteil
das man überflüssigen Quellkleber nachher mit dem Tesa abziehen kann. Ein
wenig Universalverdünnung (kein Nitro bitte) tut ein Übriges die Klebenaht
sauber abzuziehen.
3. Überlegt an die Sache gehen, denn spätestens wenn man ,
wie ich, eine Monsterklappe einbaut gibt es danach keine Möglichkeit mehr eine
größere einzubauen weil man mit der Stichsäge dann nämlich schon das
ultimative Loch im Wohnwagen hat. Besser ist es für den Anfänger mit einer
kleineren Klappe anzufangen, und wenn die passt sich dann an die Scheunentore zu
trauen.
4. Stabilität in einem WW - Korpus ist von mehreren
Komponenten abhängig und somit sind, ohne weiter darauf einzugehen,
Abstandsmaße unter 10 cm (seitlich) zu vermeiden ! Das soll nicht heißen das
nicht mehr
möglich ist aber für den Laien empfehle ich immer 10 cm. Persönlich bin ich
bis auf 6,5 cm (seitlich) runtergegangen und werde, trotz nicht erkennbarer
Stabilitätsprobleme, eine Sicherheitskonstruktion einbauen. Nach unten sollten
3,5 bis 4,5 cm nicht unterschritten werden (zur Not schaut euch euren Eingang
unten mal an wie viel "Fleisch" da noch ist). Auch das Hochdrehen
über ein Bein werd ich mir in Zukunft sparen, wobei das eigentlich nur bei
Monsterklappen wirklich zum Knacken kommt. Die Verklebung der einzelnen
Wohnwagenwände hat keine größeren Probleme damit, eher fangen Möbelverbinder
das knallen an weil die Drehkräfte von der Karosse absorbiert werden und die
Möbel starr in ihren Verschraubungen bleiben. Möbelkofferfahrer ab 230
Höhe und 420er Länge rätseln immer noch wie das Wasser, nach gewisser Zeit seinen Weg in die Staukästen findet. Also, je länger und höher
der WW um so höher die Dreh- und Biegekräfte auf die ein- und angebauten
Teile. Auch ein Touring WW unterliegt dieser Gesetzmäßigkeit von o. gen.
Kräften, hat aber noch Reserven in sich selber (Geschweißtes Rohgerüst mit
Aufplankung der Wände). Die Kunst besteht also nicht darin einen Hyperstarren
Kasten auf die Räder zu stellen sondern, die auf ihn einwirkenden Kräfte so
schonend wie Möglich zu absorbieren.
Nun weiter zur Monsterklappe in der Eribelle: 1,0m x 0,4m
in
der Höhe geht natürlich Platz zum Innenraum durch die Polster verloren, die
Breite bringt's beim beladen !

Die
Anfängerklappe bitte auf die Rechte Seite da ihr an ein Öffnen mit einem wie
auch immer gearteten Vorzelt rechnen müsst. Geschmacklich passt sie auch besser
bei Reisewohnwagengröße.

Also
Eribellefahrer traut's euch, und Mut zur Lücke :-). Übrigens, der Resteinbau
kommt die nächsten Tage hier auch noch rein. Soviel sei verraten, es war nicht
einfach, eine stabile Stauraumabdeckung für diese Aufmasse zu konstruieren.
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